Was ist der richtige Reifendruck im Auto – Tipps für Sicherheit, Fahrkomfort und Kraftstoffersparnis

Der richtige Reifendruck im Auto entscheidet darüber, wie sicher man von A nach B kommt und sollte vor Langstreckenfahrten, sowie bei häufigen kürzeren Strecken geprüft werden.
In diesem Ratgeber geht es darum, wie man den Reifendruck im Alltag richtig im Blick behält. Schützen Sie sich vor gefährlichen Unfällen oder Verschleiß Ihrer Autoreifen und vieles mehr.
 
Hier erfahren Sie:
 
  • warum der richtige Reifendruck so wichtig ist,
  • wann und wie Sie ihn prüfen sollten,
  • wo Sie die richtigen Werte finden,
  • und was passiert, wenn der Druck nicht stimmt.
Finden Sie schnelle Antworten auf all Ihre Fragen inkl. übersichtlichen Tabelle, praktische Tipps für Sommer- und Winterreifen.

Warum ist der richtige Luftdruck im Auto so wichtig?

Der richtige Luftdruck im Auto ist wichtig, denn bereits bei einer geringen Abweichung geht der Spritverbrauch spürbar nach Oben. Ein dauerhafter Unterdruck von 0,2 bis 0,5 bar reicht aus, um je nach Auto ein bis drei Prozent mehr Kraftstoff zu verbrauchen. Das kostet Geld und erhöht den CO₂-Ausstoß, weshalb man auch als Kurzstreckenfahrer, den Reifendruck im Auto stets im Auge behalten sollte.
 
Auch der Bremsweg hängt vom richtigen Druck ab. Schon kleine Abweichungen verändern die Auflagefläche des Reifens, wodurch das Auto auf Nässe länger braucht, um zum Stillstand zu kommen. Wer oft sportlich oder bei Regen fährt, sollte alle zwei Wochen kontrollieren.
 
Zu wenig Luft lässt die Reifen heißlaufen. Die Struktur wird geschwächt, es können Beulen entstehen oder im Extremfall ein Reifen platzen. Zeigen sich sichtbare Verformungen oder ungleichmäßige Erwärmung, hilft kein Nachpumpen mehr, die Reifen sollten in einem Reifenservice in der Nähe geprüft oder ausgetauscht werden.

Darum ist der richtige Luftdruck im Auto so wichtig:

  • Sicherheit – das Auto liegt stabiler in der Spur.
  • Spritersparnis – der Rollwiderstand sinkt – der Tank hält länger.
  • Komfort – Fahrgefühl bleibt angenehm weich, nicht „bockig“.
  • Lebensdauer – Reifen halten deutlich länger.
Kontrollleuchte für Reifendruck auf dem Armaturenbrett eines Autos

Wann sollten Sie den Reifendruck überprüfen?

Wir empfehlen den Reifendruck im Auto bei normalem Gebrauch etwa einmal im Monat zu überprüfen. Sollten Sie jedoch regelmäßig bei höheren Geschwindigkeiten unterwegs sein oder viele kurze Strecken fahren, dann ist eine kurze Prüfung alle zwei Wochen besser.

Ein weitere wichtiger Zeitpunkt sind zum Beispiel Urlaubsreisen, wo das Auto voll beladen wird. Das zusätzliche Gewicht verändert die Fahrtbedingungen, weshalb man umso mehr auf den richtigen Reifendruck achten sollte.

Achten Sie auch auf stärkere Temperaturschwankungen. Sinkt die Außentemperatur um 5 bis 10 Grad, fällt der Druck im Reifen im Schnitt um etwa 0,1 bar.

Nach einem Reifenwechsel, Werkstattbesuch oder wenn die Reifendruckkontrollleuchte aufleuchtet, ist eine zusätzliche Kontrolle Pflicht.

Tipp: Gemessen wird immer im kalten Zustand, denn warme Reifen zeigen höhere Werte an. Das Auto sollte mindestens drei Stunden stehen. Falls Sie den Druck direkt nach einer längeren Fahrt messen, sollten Sie etwa 0,2 bis 0,3 bar vom angezeigten Wert abziehen, um den tatsächlichen Kaltwert zu erhalten.

Wo finde ich die Angaben zum Reifendruck bei meinem Auto? 3 Möglichkeiten

Der empfohlene Reifendruck variiert je nach Fahrzeugtyp und Modell. Die passenden Angaben finden Sie schnell und zuverlässig auf eine der folgenden drei Arten:

1. Reifeninformationsschild an der Fahrertür oder Türrahmen. Dort stehen Vorder- und Hinterachsdrücke, oft mit Varianten für Beladung oder Anhängerbetrieb. Manchmal auch im Tankdeckel. Suche zuerst dort.

2. Betriebsanleitung des Fahrzeugs – dort stehen Lastzustände, wenn du z. B. häufig mit vollem Gepäck fährst oder ein Anhängerbetrieb vorliegt.

3. Hersteller-Webseiten oder Werkstätten können für Sondergrößen / Plus-Size-Bereifung Tabellen liefern. Wenn du abweichende Reifengrößen montiert hast, musst du die in Load/Inflation Tabellen der Reifenhersteller nachsehen.

Wie kann man den Reifendruck im Auto messen?

Sie wissen bereits, wie hoch der optimale Reifendruck im Auto sein sollte. Um diesen richtig zu überprüfen, können Sie entweder ein Manometer (Reifendruckmesser) oder den Kompressor an der Tankstelle nutzen. Am besten messen Sie die Reifen, wenn sie kalt sind, also nach längerer Fahrt eine Pause einlegen. Den Sollwert Ihres Fahrzeugs finden Sie meist am Tankdeckel, an der Türsäule oder im Handbuch.

An der Tankstelle entfernen Sie die Ventilkappe, setzen den Luftschlauch gerade und fest auf das Ventil – ein kurzes Zischen ist dabei normal – und lesen den aktuellen Druck ab. Ist zu wenig Luft im Reifen, füllen Sie nach; bei zu viel Luft lässt sich diese über den Ablassknopf reduzieren, bis der richtige Wert erreicht ist. Alternativ können Sie auch ein digitales Manometer direkt im Auto nutzen, das praktisch, günstig und sehr zuverlässig ist.

Notieren Sie am besten die Ergebnisse, um Druckverluste frühzeitig zu erkennen, denn das RDKS (Reifendruckkontrollsystem) warnt nur bei größeren Abweichungen. Eine regelmäßige manuelle Kontrolle garantiert somit höchste Sicherheit auf der Straße.

Was passiert beim falschen Reifendruck?

Einen falschen Reifendruck merkt man nicht sofort, es sei denn er liegt Weit vom Richtwert entfernt. Dabei kann schon ein kleiner Unterschied spürbare Folgen haben:
 
  • Schlechtere Bodenhaftung
  • Längerer Bremsweg
  • Höherer Spritverbrauch
  • Ungleichmäßiger Reifenverschleiß
  • Gefahr von Reifenplatzern
  • Unruhiges Fahrverhalten
Reifendruck im Auto messen – Auto an Tankstelle mit Manometer am Reifenventil

Reifendruck zu niedrig – was tun?

Bei zu niedrigem Reifendruck sollten Sie sofort anhalten und die Reifen prüfen. Achten Sie auf Beulen, Risse oder Fremdkörper. Bei sichtbaren Schäden fahren Sie nicht weiter, sondern rufen die Pannenhilfe. Fehlt nur wenig Luft, fahren Sie langsam – maximal 80 km/h – bis zur nächsten Tankstelle oder Werkstatt und füllen Sie den Reifen auf den Sollwert auf.
Sinkt der Druck nach kurzer Zeit erneut, liegt meist eine Undichtigkeit vor.

Entfernen Sie Nägel oder Schrauben nicht selbst, sondern lassen Sie den Reifen in einer Fachwerkstatt überprüfen und gegebenenfalls reparieren. Kontrollieren Sie auch das Ventil und die Ventilkappe, da hier oft kleine Lecks entstehen.

Verliert ein Reifen wiederholt Luft, sollten Felge, Ventil und Reifen auf Schäden oder Montagefehler geprüft werden. So beugen Sie größeren Problemen und Sicherheitsrisiken vor.

Zu hoher Reifendruck – was bedeutet das?

Ein zu hoher Reifendruck ist zwar weniger gefährlich als zu wenig Luft, kann aber das Fahrverhalten deutlich beeinträchtigen. Das Auto wirkt härter, reagiert empfindlicher auf Bodenwellen und verliert in Kurven etwas an Haftung. Besonders bei Nässe verlängert sich der Bremsweg, weil die Auflagefläche des Reifens kleiner wird.

Lassen Sie bei Überdruck immer etwas Luft ab, bis der Sollwert wieder erreicht ist. Das geht am einfachsten an der Tankstelle mit einem genauen Messgerät. Achten Sie darauf, nicht unter den empfohlenen Mindestdruck zu gehen, da sonst der gegenteilige Effekt entsteht.Ein dauerhaft zu hoher

Druck führt außerdem zu ungleichmäßigem Verschleiß: Die Mitte des Profils nutzt sich schneller ab, die Reifen verlieren an Lebensdauer und Komfort. Wer regelmäßig kontrolliert und nach Herstellervorgabe korrigiert, sorgt für gleichmäßigen Grip, ruhigeres Fahrverhalten und längere Haltbarkeit der Reifen.

Luftdruck für Reifen – Tabelle

Der richtige Luftdruck für Reifen hängt immer vom Fahrzeugtyp, der Reifengröße und der Beladung ab. Als Orientierung können Sie sich an diesen Durchschnittswerten orientieren. Für die genauen Angaben prüfen Sie bitte immer das Schild an der Fahrertür oder im Tankdeckel.

FahrzeugtypVorderreifen (bar)Hinterreifen (bar)Hinweis
Kleinwagen2,1 – 2,32,0 – 2,2Für normale Beladung
Mittelklasse2,2 – 2,52,1 – 2,3Bei voller Beladung +0,2 bar
Kombi / SUV2,4 – 2,72,5 – 2,8Bei Anhängerbetrieb Herstellerangabe beachten
Transporter / Van2,8 – 3,52,8 – 3,5Abhängig von Zuladung

Was ist der optimale Reifendruck bei Winterreifen?

Kälte hat direkten Einfluss auf den Reifendruck, weil sich Luft bei niedrigen Temperaturen zusammenzieht. Im Winter sinkt der Druck also automatisch (oft um rund 0,1 bar pro 10 Grad Temperaturabfall). Deshalb empfehlen Experten, bei Winterreifen etwa 0,2 bar mehr einzustellen als im Sommer.

Der höhere Druck sorgt dafür, dass die Reifen auch bei Minusgraden ihre Form behalten und der Kontakt zur Straße stabil bleibt. Gerade bei längeren Fahrten oder starken Temperaturschwankungen ist es wichtig, regelmäßig zu kontrollieren, da kalte Luft über Nacht noch weiter zusammenfallen kann. Prüfen Sie den Druck am besten morgens, bevor Sie losfahren, und passen Sie ihn gegebenenfalls leicht an. So bleiben Haftung und Bremsleistung auch im Winter zuverlässig.

Reifendruck bei Sommerreifen – darauf sollte man achten

Im Sommer verhält es sich genau umgekehrt. Durch die Wärme dehnt sich die Luft im Reifen aus, wodurch der Druck leicht steigt. Deshalb sollten Sie darauf achten, die Reifen nicht über die Herstellerangabe hinaus aufzupumpen. Ein zu hoher Druck führt zu unruhigem Fahrverhalten und reduziert den Kontakt zur Straße.

Wenn Sie im Sommer häufig lange Autobahnfahrten oder Urlaubsreisen mit viel Gepäck planen, lohnt sich vorab eine Kontrolle. Bei voller Beladung dürfen Sie den Druck in den Sommerreifen leicht erhöhen, etwa um 0,1 bis 0,2 bar.

Reifendruck im Auto messen – Winter- und Sommerreifen korrekt prüfen

Was ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) und was sind seine Vorteile?

Das Reifendruckkontrollsystem, kurz RDKS, überwacht den Luftdruck in Echtzeit und warnt, wenn ein oder mehrere Reifen Luft verlieren. Seit 2014 gehört das System bei allen Neuwagen zur Pflichtausstattung, weil es die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich verbessert.

Man unterscheidet zwei Systeme. Das direkte RDKS misst den Druck über kleine Sensoren im Reifeninneren. Diese senden die Werte permanent an das Steuergerät und erkennen sofort, wenn der Druck abfällt. Das indirekte RDKS nutzt dagegen die Raddrehzahlsensoren des ABS. Wenn ein Reifen weniger Luft hat, ändert sich seine Drehgeschwindigkeit, und das System meldet einen Unterschied.

Vorteile –  Sie werden frühzeitig vor Luftverlust gewarnt, können Reifenpannen oder Platzen vorbeugen und sparen langfristig Kraftstoff, da Sie immer mit optimalem Druck fahren. Zudem verlängert sich die Lebensdauer der Reifen, weil sie gleichmäßiger abgenutzt werden.

Bei einem Reifenwechsel sollte das System immer zurückgesetzt oder neu kalibriert werden, damit es weiterhin korrekt arbeitet.

Luftdruck im Autoreifen – unsere Schlussfolgerungen

Der richtige Reifendruck im Auto ist keine Kleinigkeit, sondern ein entscheidender Sicherheitsfaktor. Er beeinflusst, wie Ihr Auto fährt, bremst und Energie verbraucht. Wer regelmäßig prüft, spart nicht nur Geld, sondern schützt auch sich selbst und seine Mitfahrer.

Kontrollieren Sie den Reifendruck im Auto mindestens einmal im Monat und vor jeder längeren Fahrt. Messen Sie immer im kalten Zustand, korrigieren Sie bei Bedarf und achten Sie darauf, dass alle vier Reifen gleichmäßig befüllt sind.

Ein paar Minuten Kontrolle alle paar Wochen genügen, um Reifenverschleiß, Pannen und unnötigen Spritverbrauch zu vermeiden. Ihr Auto wird es Ihnen mit besserem Fahrverhalten und mehr Sicherheit danken.

FAQ – die häufigsten Fragen zu Reifendruck Auto